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Fast jede zweite Ehe endet vor dem Scheidungsrichter

Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland ist seit den 1980er Jahren von zirka 30 Prozent auf auf knapp 50 Prozent angestiegen. Eine erschreckende Entwicklung, bedenkt man die teils gravierenden Folgen einer dauerhaften Trennung für die ehemaligen Partner und vor allem deren Kinder.


Vor allem Frauen sind heute im Vergleich zu früher weniger bereit, in für sie unbefriedigenden Beziehungen zu verbleiben. Die überwiegende Mehrheit der Scheidungsanträge wird von Frauen eingereicht. Doch worin liegt diese Entwicklung begründet?

Schwindende wirtschaftliche Abhängigkeit


Die ehemals klassische Rollenverteilung zwischen dem Mann als primärer Ernährer der Familie und der Frau als Haushälterin und meist auch Mutter in einer Ehe oder Ehe- ähnlichen Gemeinschaft hatte für das weibliche Geschlecht diverse Nachteile. Ein schwerwiegender war die aus dieser Konstellation resultierende wirtschaftliche Abhängigkeit vom männlichen Partner. Viele Vertreterinnen älterer Generationen von Frauen hatten nicht einmal eine berufliche Ausbildung, geschweige denn einen Hochschulabschluss. Oder sie waren aus dem bezahlten Berufsleben so lange ausgeschieden, dass ein direkter Wiedereinstieg quasi nicht möglich war. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die fehlende finanzielle Perspektive im Falle einer Trennung viele Frauen dazu brachte, bis an ihr Lebens- Ende in einer unglücklichen Beziehung auszuhalten.

Moderne Ehen sind stark belastet


Die Zeiten haben sich gewandelt. Heute wollen sich oftmals beide Ehepartner beruflich verwirklichen und streben eine Karriere an. Daneben leben Partner der “Work-Life-Balance“ Generation in ihrer häufig ohnehin knappen Freizeit stärker persönliche Interessen aus als noch ihre Großeltern. Der Fokus liegt mehr auf dem Wohl des Individuums, statt auf einer intakten Beziehung. Die Ehe oder Partnerschaft soll oder muss einfach nebenher laufen und funktionieren. Für gemeinsame Unternehmungen, Nähe und Intimität bleibt kaum noch Zeit übrig. So bleiben wichtige Aspekte einer Beziehung wie emotionale Geborgenheit schnell auf der Strecke. Der persönliche Frust hingegen wächst und nährt Konflikte.

Gehen aus einer Ehe Kinder hervor, wächst die Belastung für die Partner weiter. Allein die Frage, wer sich nun um den Nachwuchs und die Mehrarbeit im Haushalt kümmert und dabei zwangsläufig beruflich und persönlich zurück stecken soll, birgt hohes Streit- Potenzial. Viele Paare schaffen es leider nicht, Kompromisse zu finden, die für beide Partner akzeptabel sind. Die meisten Trennungen vollziehen sich Forschungen zufolge gegenwärtig im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes.

Schnelle Trennungen sind meist keine Lösung


Es gibt Trennungen, die aufgrund der Vorfälle in einer Beziehung unvermeidbar sind. Doch es gibt vor allem Trennungen, die eher aus Hilflosigkeit oder mangelnder Bereitschaft, auch Beziehungskrisen gemeinsam durchzustehen, stattfinden. Die Tendenz zur schnellen Trennung, beziehungsweise Scheidung bringt in der Regel neue Probleme für beide Ex- Partner mit sich. Diese sind psychischer und finanzieller Art. Bei gemeinsamen Kindern wird im Trennungsfall häufig eine gestörte Beziehung zu mindestens einem Elternteil entwickelt.

Der bessere Weg wäre für viele Paare bei Beziehungsproblemen professionelle Hilfe von Dritten anzunehmen und zu lernen, Konflikte zur beiderseitigen Zufriedenheit lösen zu können. So könnte viel Schmerz und sozialer Abstieg vermieden werden.

Weitere Infos finden sich auch hier:
http://www.elbsenf.de/liebe/ex-zurueck.htm

Verfasst von Mark Boltmann am 17.08.2011



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