Änderungen in der Krankenversicherung

Ab 2011 wird der Wechsel in die private Krankenversicherung nun wieder deutlich erleichtert.
Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung erschwerte den Wechsel zwischen gesetzlicher- und privater Krankenversicherung seit dem Jahr 2007.
Was Freiberufler, Selbständige und Beamte ohne Einkommensgrenze entscheiden konnten, war für Pflichtversicherte erst ab mehrfacher Überschreitung der Jahresarbeitsentgeldgrenze vergönnt.
Nun jedoch soll dies wieder einfacher möglich werden.
So wurde das Kriterium für Angestellte beim Überschreiten der Jahresarbeitsentgeldgrenze von zuvor 3 Jahren auf nunmehr 1 Jahr herab gesetzt. Hinzu kommt, dass die Jahresarbeitsentgeldgrenze von 49.950 Euro Brutto Jahreseinkommen in 2010, auf 49.500 Euro in 2011 erstmals sinken wird.
Ebenso wird es künftig nurnoch möglich sein, Zusatzversicherungen für beispielsweise Zahnersatz oder Chefarztbehandlung, bei privaten Krankenversicherungen abzuschliessen.
Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung wird in 2011 von 14,9 Prozent auf 15,5 Prozent angehoben, dabei wird der Arbeitgeberanteil zukünftig festgeschrieben, so dass jede erneute Erhöhung ausschliesslich zu Lasten des Arbeitnehmers gehen wird.
Hinzu kommt die Änderung bei der Erhebung von Zusatzbeiträgen, welche nun nach oben offen sein werden und bis zu 2 Prozent vom Bruttoeinkommen des Beschäftigten belastet werden können, darüber hinaus dann durch Ausgleich mit Steuermitteln.
Einschnitte werden jedoch auch die Krankenkassen selbst treffen und so ist für 2011 und 2012 geplant, 600 Millionen Euro Verwaltungskosten einzusparen.
500 Millionen Euro sollen zusätzlich bei Krankenhäusern eingegespart werden, bereits festgelegten Honorarsteigerungen bei Ärzten werden um 50 Prozent gekürzt und Pharmaunternehmen werden durch das Auferlegen von Zwangsrabatten bis zu einer Milliarde Euro Einsparungen bringen, so die Hoffnung.
Insgesamt soll mit den Änderungen das prognostizierte Defizit von 11 Milliarden Euro ausgeglichen werden.
Deutlich erkennbar ist dabei, dass Gesundheit teurer wird und der Bürger immer mehr Eigenverantwortung übernehmen muss, indem private Vorsorge getroffen wird und.
Verfasst von Manuel Mainzer am 30.09.2010