Fremdgebühren an Geldautomaten zu hoch

Banken kamen in der vergangen Woche – diesmal nicht wegen der Bankenkrise oder überzogenen Managergehältern – in die Kritik, sondern wegen zu höhen Gebühren für die Nutzung institutsfremder Geldautomaten. Dazu zeigte eine Studie der FMH Finanzberatung, dass Kunden teilweise sogar 10 Euro für eine Abhebung an einem fremden Automaten bezahlen müssen. Die 10 Euro sind wohlgemerkt auch bei einem Abhebebetrag von 50,- Euro fällig, da sie als Mindest- oder Fixgebühr gelte. In den zurückliegenden Monaten seien die Fremdnutzungsgebühren um rund 13 % gestiegen.
Die Gebührenhöhe als solche ist ein Streitpunkt für sich. Ein anderer ist, ob dem Verbraucher es immer klar ist, wieviel er an einem fremden Automaten bezahlen muss. Da die kontoführende Bank die Gebühren festlegt, welche der Kunde zu zahlen hat, müsste man als Bankkunde ständig das Preisverzeichnis als Update haben. Beispielsweise erfährt man als Kunde der Sparkasse nicht am Geldautomaten einer Volksbank, wieviel man dort an Bargeldgebühr zu berappen hat. Dabei gehen vereinzelte Banken laut der Studie nun auch schon so weit, dass sie die Gebührenhöhe je nach fremden Kreditinstitut genau ausdifferenzieren. So kann es sein, dass man als Fremdkunde bei der Sparkasse mehr bezahlt als bei der Volksbank.
Das ist zweifelsfrei nicht im Sinne des Verbraucherschutzes. Doch Verbraucher können Auswege nutzen, indem sie den Weg eines zweiten Kontos wählen oder sich wenigstens eine Kreditkarte organisieren, mit der sie auch kostenlos Bargeld abheben können. Dazu zeigt das Kreditkartenportal für kostenlose Kreditkarten zeigt in einer Übersicht die Kartenangebote, mit denen egal an welchem Geldautomaten immer ohne Bargeldgebühren abgehoben werden kann. Auch in weiteren großen Kreditkartenvergleichen verdeutlicht das Portal die Gebühren für das Bargeldabheben. Erstaunlicherweise sind es überwiegend Angebote mit Visa Karten, die kostenlose Bargeldverfügungen ermöglichen. Vor Jahren begann damit die DKB AG, mit ihrer Visa Card das weltweit kostenlose Bargeldabheben anzubieten. Nicht immer ist das zwar zur Freude einzelner Sparkassen oder Volksbanken, die Visa Karten von Direktbanken teils ganz aussperren oder nur Kleinbeträge bis 50 Euro abheben lassen. Aber es ist ein völlig legales Mittel, das Angebot von Direktbanken zu nutzen und so der Gebührenabzocke an Fremdautomaten zu entkommen.
Verfasst von Henning Petrat am 04.02.2010