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Gold als Altersvorsorge?

Mittlerweile wird Gold immer häufiger als risikofreie Form der Altersvorsorge empfohlen, das anderen Investitionen wie privaten Rentenversicherungen bei weitem überlegen sein soll. Interessierte Anleger sollten dabei nicht aus den Augen verlieren, dass eine Investition in Gold auch immer eine risikoreiche Spekulation bedeutet.


Die Eurokrise treibt viele Anleger ins Gold. Vielfach hört man mittlerweile, dass Gold die krisensicherste Altersvorsorge überhaupt sei. Anstatt in Lebensversicherungen, Aktien, Rentenversicherungen oder ähnliches zu investieren, wird der Goldkauf als Sicherheit fürs Alter empfohlen, da die anderen Vorsorgeformen nur ungedeckten Versprechen entsprechen würden, die jederzeit verfallen können. Gold hingegen wird als ein Gut bezeichnet, das seinen Wert nicht verlieren kann. Ist dem aber tatsächlich so? Gerade mit Hinsicht auf die Altersvorsorge ist der Kauf von Gold mit vielen Risiken verbunden.

Die wichtigsten Merkmale einer Altersvorsorge sind Inflationsschutz und vor allem die Garantie, auf das inflationsgesicherte Vermögen im Alter zurückgreifen zu können. Gerade Gold birgt vor allem für den letzten Fall große Risiken, da der mögliche Gewinn nur in der Differenz aus Einkaufs- und Verkaufspreis erbracht wird. Niemand kann garantieren, dass dieser Preis bei Renteneintritt tatsächlich höher ist als die entsprechende Inflation in dem Zeitraum. Es besteht immer die Möglichkeit, dass der Goldpreis genau dann massiv fällt, wenn man den Gegenwert am meisten benötigt. Vor diesem Hintergrund ist eine Investition in Gold nicht weniger spekulativ als in Aktien und daher als Hauptanteil in der Altersvorsorge nur bedingt geeignet.

Abseits riskanter Spekulation auf steigende Preise, hat Gold viel mehr die Eigenschaft als Krisenvorsorge. Mit Gold kann man sich vor allem gegen Wirtschaftskrisen absichern, da es aufgrund der Vergangenheit unwahrscheinlich ist, dass die Nachfrage nach Gold komplett zusammenbricht. Bricht in einer Wirtschaftskrise die Produktion ein und Finanzunternehmen, bei denen Anleger zum Beispiel ihre Altersvorsorge gesichert haben, werden zahlungsunfähig, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Gold weiterhin als Zahlungsmittel mit entsprechendem Wert akzeptiert wird. Mit Gold könnte man sich also gegen die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls anderer Anlageformen absichern.

Vor diesem Hintergrund macht Gold als Teil der Altersvorsorge Sinn, aber nicht als alleinige (oder größter Teil der) Form von Altersvorsorge. Um im Alter einen gewissen Lebensstandard halten zu können, sind Versicherungen, bei denen eine bestimmte Höhe der Auszahlung garantiert ist. Darüberhinaus macht dann ein Mix aus risikoreicheren Investitionen wie Aktien und Gold als Absicherung Sinn. Zum Goldhändler zu rennen, um sein gesamtes Erspartes in Gold zu wechseln, ist aber mit sehr großen Risiken verbunden.

Verfasst von Frank Berentzen am 19.04.2011



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Frank Berentzen
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