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Suchtverlagerung

Die Sucht zu erkennen und sie als Krankheit zu akzeptieren, ist ein wichtiger Schritt für ein suchtmittelfreies Leben. Wichtig dabei ist, dass man nicht nur das Suchtmittel weglässt, sondern sein Verhalten, seine Einstellung und sein Leben so verändert, dass man eine geistige Distanz vom Suchtmittel aufbauen kann.


Suchtverlagerung

Wenn Menschen suchtkrank sind und diese Krankheit zum Stillstand bringen möchten, verfallen Betroffene manchmal in ein neues Suchtverhalten, weil sie eine Droge gegen die andere Droge austauschen.
Hier ein Beispiel der Alkoholsucht. Bei alkoholkranken Frauen kommt es manchmal vor, dass sie vom Alkohol auf Medikamente ausweichen, weil sie glauben, so unauffälliger ihrem Suchtverhalten nachkommen zu können. Wenn Frauen in der Öffentlichkeit Alkohol konsumieren oder schon am Tage nach Alkohol riechen, wird es in der Gesellschaft nicht so toleriert wie bei männlichen Menschen.
Die Suchtverlagerung ist aber bei allen Suchtkranken gegeben. Eine häufige Ursache für eine Suchtverlagerung ist die noch fehlende Einsicht in die eigene Suchtkrankheit.

Süchtige Menschen wollen sich oft durch das Suchtmittel in eine Scheinwelt begeben, einen sogenannten Kick erreichen. Werden Auffälligkeiten bemerkt, versuchen sie ihren Konsum von Alkohol, Tabletten oder anderen Rauschmitteln zu verheimlichen und steigen auf andere Drogen um.

Eine Suchtkrankheit kann nur zum Stillstand gebracht werden, wenn die Einsicht vorhanden ist und ein neues Leben ohne Konsum irgendwelcher Rauschmittel erlernt und geführt wird. Dabei ist auch ein Augenmerk auch nichtstoffgebundene Suchtmitte zu legen. Jedes Extremverhalten, wie zum Beispiel Sport oder auch Arbeit, kann zu einem neuen Suchtmittel werden.
Wie man ein völlig suchtmittelfreies Leben erlernen kann, kann man von anderen suchtkranken Menschen erfahren, die sich schon ein neues Leben ohne jegliche Suchtmittel aufgebaut haben. Diese Erfahrungen sind durch nichts zu ersetzen, wenn man bereit ist, aus diesen Erfahrungen zu lernen und diesen Menschen zu vertrauen.

Viele Süchtige versuchen über ihren eigenen Willen das Suchtmittel zu kontrollieren, was manchmal auch eine zeitlang gut geht. Gerade wenn es gut geht, kann es sehr gefährlich sein, weil die Zweifel in die eigene mögliche Suchtkrankheit steigen, was wiederum dazu führen kann, dass man den endgültigen Ausstieg aus dem Drogenkonsum lange vor sich herschiebt. Dadurch vergibt man sich viele Jahre seines Lebens.

Verfasst von Karsten Wollbrück am 27.06.2010



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Karsten Wollbrück


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