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DocMartens und Burberry

Auffallen um jeden Preis? Kleidung nur für den Effekt? Wie man über die Kombination DocMartens & Blurberry die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen genießen kann.

Dressed to Digress?!


Gut, man könnte argumentieren: 41 Jahre zu spät. Die Kombination von DocMartens und Burberry gehört doch zum guten Stil der 60er-Retroszene. Bootboys, Mods und Skinheads sollten vielen noch in Erinnerung sein.

Stimmt sicher, aber das Markenansehen beider Objekte hat sich verändert. Docs haben trotzdem bei Neureichen eine geringe Akzeptanz. In Kombination mit Oberklassekleidung provozieren sie bei einem bestimmten Klientel eine klar kommunizierte Ablehnung, eine für manche Zeitgenossen offensichtlich erstrebenwerte Form von Aufmerksamkeit. Allerdings sollte beachtet werden, dass "provozieren" in diesem Kontext leicht, als Synonym für "erzwingen" gesehen werden kann, sobald dies klar auf der Hand liegt ist man definitiv unrettbar uncool.

Wer seine Kleidung so wählt, um eine bestimmte Reaktion an seinem Gegenüber zu erzeugen ist weder unbedingt peinlich noch zwangsläufig eine Frau. Willkommen im Leben. So funktioniert "Mode". Konkret geht es meist nicht um irgendeine Reaktion, sondern darum, eine ungewöhnliche Reaktion an seinem Gegenüber hervorzurufen und sich anschließend am schieren Effekt seiner Körperbedeckung zu erfreuen.

Der Vorwurf des Hipstertums in diesem Zusammenhang ist geradezu lachhaft, denn gerade Hipster tun oben genanntes ständig, dieses Verhalten ist quasi Teil der Definition dieses schönen denglischen Begriffs.

Jede Kleidung erzeugt eine Reaktion, niemand der sein Haus verlässt kann sich dem entziehen. Auch wenn man sich so gewöhnlich und konform wie möglich anzieht, hat man die Absicht, damit eine bestimmte Reaktion zu erzeugen: zum Beispiel dass einen das Gegenüber ernst nimmt und/oder man selbst nicht für einen Hipster gehalten wird. Die Kleiderauswahl erfordert nun mal Entscheidungen, und das Sprichwort „Kleider machen Leute“ ist wohl eins der wahrsten überhaupt. Wer man dann ist entscheidet man allerdings nie selbst, sondern immer die Umgebung.

Verfasst von Holger Beutel am 02.12.2010



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