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Unkraut, Wildkraut oder Zierpflanze?

Unkraut – das kennen die meisten zur Genüge: Brennnessel, Sauerampfer und Co sind klassische Unkräuter, die in einem schönen Garten eigentlich nichts verloren haben.


Denn diese "hässlichen" Pflanzen haben nur eines im Sinn: die "schönen" Pflanzen des eigenen Gartens zu vertreiben und diesen Garten zu einem unansehnlichen Dickicht zu machen.

Andererseits: Sowohl Brennnessel als auch viele der so genannten Unkräuter haben in mancherlei Hinsicht heilende Wirkung. Brennnesseltee schwemmt die Schlackenstoffe aus dem Blut, Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) reinigt Wunden, Löwenzahn entgiftet und das kleine Gänseblümchen reinigt das Blut. Die Liste der „positiven Eigenschaften“ der so genannten Unkräuter ist also schier endlos und wenn man sich diese Liste genauer ansieht, dann merkt man recht schnell, dass die Entscheidung eine Pflanze vorschnell zum Unkraut abzustempeln, eigentlich meistens falsch ist. Denn je nach „Einsatzgebiet“ kann jede Pflanze gute oder schlechte Eigenschaften haben. Schädling oder Nützling - die Bezeichnung ist oft willkürlich und beide Bezeichnungen sind mit einander recht eng verwandt und vielfach bloß eine Frage der Anschauung.

Klar. Die Brennnessel hat im gepflegten Barockgarten oder auf der Wiese hinter dem Einfamilienhaus nichts verloren. Im Klostergarten dagegen ist sie sehr beliebt und wird aufgrund ihrer heilenden Wirkung angebaut. Ähnliches kann man von nahezu allen „Unkräutern“ sagen. Denn erst der Verwendungszweck entscheidet die richtige Einordnung. Außerdem dienen viele „Unkräuter“ gefährdeten Tierarten als Behausung oder Futterquelle und haben im Zuge der Renaissance der ökologischen Landwirtschaft wieder mehr an Bedeutung gewonnen.

Es ist also in Deutschland und eigentlich überall in Europa ein Umdenken zu spüren und das ehemalige „Unkraut“ wird immer populärer. Zahlreiche Fachbücher, Kochbücher und Webseiten zeigen, dass die Wildkräuter enorm an Bedeutung gewonnen haben und immer mehr Menschen schließen sich dieser Meinung an.

Verfasst von Raphael Bolius am 10.11.2009



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Raphael Bolius


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